Hike and Fly – Haldi – Schattdorf

Hike & Fly auf das Haldi: Ein unvergesslicher Tag zwischen Schnee und Nebel

Nach Wochen der Flugpause war es endlich wieder so weit: Ein Hike & Fly stand auf dem Plan! Der Winter hatte die Region bereits sanft mit Schnee überzogen, doch das hielt uns nicht davon ab, unsere Schirme zu packen und loszuziehen. Unser Ziel: Der Startplatz auf dem Haldi oberhalb von Schattdorf.

Der Aufstieg: Zwischen Vorfreude und Herausforderung

Unser Abenteuer begann an der Talstation der Haldi Luftseilbahn. Während viele Wanderer und Wintersportler den bequemen Weg mit der Seilbahn wählten, entschieden wir uns für den sportlichen Aufstieg zu Fuss. Das Gefühl, sich den Flug zu „verdienen“, machte den Hike & Fly für uns immer besonders reizvoll.

Die ersten Meter verliefen problemlos. Der Weg schlängelte sich durch den Wald, und wir spürten, wie sich unsere Körper langsam aufwärmten. Doch je höher wir kamen, desto herausfordernder wurde das Gelände. Die leichten Schneefelder, die sich auf dem Weg verteilten, machten das Vorankommen etwas anspruchsvoller. Immer wieder mussten wir darauf achten, wo wir hintraten, um nicht auf rutschigem Untergrund den Halt zu verlieren.

Trotz der Anstrengung war die Stimmung hervorragend. Wir genossen die Stille der Natur, das Knirschen des Schnees unter unseren Schuhen und die frische Winterluft. Hin und wieder lichtete sich der Wald und gab den Blick auf das Tal frei – ein atemberaubender Anblick, der uns jedes Mal aufs Neue motivierte.

Am Startplatz: Warten auf den richtigen Moment

Nach etwa einer Stunde und 20 Minuten erreichten wir schliesslich den Startplatz. Hier bot sich uns ein faszinierendes, aber zugleich kniffliges Szenario: Der Nebel zog immer wieder über den Hang und versperrte die Sicht. Es war ein Spiel der Geduld – wir mussten den perfekten Moment abwarten, um sicher abheben zu können.

Wir bereiteten unsere Ausrüstung in aller Ruhe vor. Jeder Handgriff sass, denn nach so vielen Flügen wussten wir genau, was zu tun war. Während wir die Schirme ausbreiteten und die Gurte prüften, wechselte das Wetter ständig. Mal gab es eine klare Sicht ins Tal, dann wieder verschwanden wir in einer dichten Nebelsuppe.

„Sieht nicht gerade nach einem schnellen Start aus“, meinte meine Partnerin und lachte. Ich nickte zustimmend – doch genau solche Herausforderungen machten das Hike & Fly ja so spannend.

Der Start: Endlich in der Luft!

Dann endlich, nach mehreren Minuten des Wartens, tat sich eine Lücke im Nebel auf. Wir entschieden uns schnell: Jetzt oder nie! Meine Freundin war zuerst an der Reihe. Sie zog entschlossen an den Gurten, und mit einem kraftvollen Lauf hob sie sanft vom Boden ab. Ich verfolgte ihren Flug mit Blicken und spürte, wie die Vorfreude in mir wuchs.

Nun war ich an der Reihe. Ein prüfender Blick in den Himmel – noch immer eine freie Sicht ins Tal! Ich machte mich bereit, kontrollierte noch einmal meinen Schirm, nahm Anlauf und spürte, wie sich der Schirm mit Luft füllte. Dann der magische Moment: Der Boden verschwand unter meinen Füssen, und ich war in der Luft!

Der Flug: 10 Minuten pure Freiheit

Es gibt kaum Worte, um das Gefühl zu beschreiben, das sich in diesen Momenten einstellt. Nach so vielen Wochen ohne Fliegen war es, als würde ich mich neu in diesen Sport verlieben. Die Landschaft unter mir war in ein winterliches Kleid gehüllt, das Licht spielte mit dem Nebel, und die Stille war überwältigend.

Meine Partnerin flog einige Meter neben mir, und wir grinsten uns gegenseitig an. Gemeinsam durch die Luft zu schweben, das Gefühl von Freiheit zu teilen – genau deshalb lieben wir diesen Sport so sehr.

Da die Bedingungen nicht optimal waren, entschieden wir uns für einen direkten Gleitflug ins Tal. Keine Thermik, keine Spielereien – einfach nur geniessen. Zehn Minuten pure Schwerelosigkeit, bevor wir sanft auf der Landewiese aufsetzten.

Fazit: Ein kurzer, aber unvergesslicher Hike & Fly

Manchmal sind es die spontanen Abenteuer, die am meisten im Gedächtnis bleiben. Dieser Hike & Fly war nicht lang, nicht technisch anspruchsvoll, und doch hatte er alles, was das Herz eines Gleitschirmfliegers höherschlagen lässt: eine anstrengende, aber lohnende Wanderung, die Herausforderung durch das wechselhafte Wetter und schliesslich der wunderschöne Flug zurück ins Tal.

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